Atelier

 

Ich habe nicht die Absicht eine Mauer zu bauen

Tornow Juli 2018
Stein um Stein setzt Clemens Baldszun eine Mauer aus 40 Ziegelsteinen entlang der Dorfstraße. Lässt sie wandern, indem er sie immer wieder auf- und abbaut. Stein um Stein wandern die 40 Ziegel durch Tornow in Brandenburg. 700 Meter, vorbei an der alten Schmiede und der Kirche bis zur Mühle.
Clemens Baldszun ist neu im Ort und möchte sich vorstellen. Die Mauer, die er baut, scheint nicht gerade einladend. Doch der Künstler aus Stuttgart möchte mit Menschen ins Gespräch kommen. Die Irritation, die seine scheinbar sinnlose Arbeit auslöst, soll Einladung zum Austausch sein. Über den temporären Gartenzaun aus Stein hinweg. Die Idee, mit Ziegeln zu arbeiten, kam Baldszun im benachbarten Mildenberg. Die Region war einst der größte Ziegelstandort Europas. Baldszun, der Neue in Tornow, möchte mit Material vor Ort arbeiten.

Clemens Baldszun, 27, studierte Bildhauerei an der Edith Maryon Kunstschule in Freiburg und Kunstgeschichte an der Friedrich-Wilhelm- Universität in Bonn. Der freischaffende Kunstler möchte mit seinen Performances eine Abwechslung in die Wahrnehmung des Alltags bringen, mit Handlungen, die frei sind und gleichzeitig bereichernd.


Zwiespalt / 12.-27.01.2018‬ / EMK-Galerie  / Dorfgraben 1, 79112 Freiburg

Holzhacken ist eine archaische Arbeit, sie erfordert Kraft und Präzision. Die Klinge der Axt treibt einen Spalt ins Holz und mit jedem Schlag wird der Zwischenraum vergrößert, bis sich das Holz teilt. Der Stuttgarter Künstler Clemens Baldszun bearbeitet in seiner Performance Zwiespalt drei Tage lang Holzscheit um Holzscheit, bis ein Berg um den Hackklotz entsteht. Er zielt auf das Dazwischen, hinein in einen Raum, der zwei neue Stücke entstehen lässt.

Baldszun kennt das Holzhacken aus seiner Studienzeit. Von 2011 bis 2015 studierte er an der Edith Maryon Kunstschule, im Winter musste er dort Holz für die Öfen hacken, mit der die Schule beheizt wird. Mit Zwiespalt knüpft er außerdem an seine Arbeit Jetzt ist Sense an, in der er den heutigen Alltag mit traditionellem Handwerk konfrontierte. 2014 stutzte er auf dem Dach eines Parkdecks im Freiburger Stadtteil Weingarten Gras mit einer Sense. Baldszun studierte Bildhauerei in Freiburg und Kunstgeschichte in Bonn. Er lebt und arbeitet in Stuttgart.


Für die Performance amplify lädt der Stuttgarter Künstler Clemens Baldszun zwei Eurythmistinnen (Cosima Koos, Solveig Thieme) ein, in farbigen Kleidern die Treppen im Innenraum der Stadtbibliothek herunter zu schreiten. Für einen kurzen Moment kommen Farbe und Bewegung zwischen die starren Buchreihen, richtet sich der Blick auf den architektonischen Raum, der sonst Lese- und Arbeitsplatz ist.

amplify – eine flüchtige Intervention im Alltag der Stadtbibliothek. Mittwoch 13. Dezember, 17 Uhr Mailänder Platz 1, 70173 Stuttgart

Clemens Baldszun studierte Bildhauerei an der Edith Maryon Kunstschule in Freiburg und Kunstgeschichte an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn. Der freischaffende Künstler erzeugt in seinen Performances Irritationsmomente im öffentlichen Raum. Seine Eingriffe in Alltagssituationen bewegen sich dabei knapp an der Grenze des Wahrnehmbaren.

Cosima Koos studiert im Master Eurythmiepädagogik am Eurythmeum in Stuttgart. Solveig Thieme arbeitet zur Zeit an der Bühne im Else-Klink-Ensemble aus Stuttgart.

Gefördert durch das Kulturamt Stuttgart und mit freundlicher Unterstützung der Stadtbibliothek


Hand in Hand Besucherperformance bei dem Ausstellungsprojekt „72 Stunden“ im bunker k101 in Köln-Ehrenfeld. Fotos: Nathan Ishar

 


Ausstellungsansicht „Speicher“, Rundstahl, Draht, Gräser

September Vernissage, Atelier Minna – Spremberger Speicher